MCT – Manuelle-Chi-Therapie®


"Chi" ist der chinesische Name für Lebenskraft. Ein sinnähnliches Wort aus der Yogalehre ist "Prana". In fernöstlichen Sprachen haben wir häufig "Teekesselchen", d.h. bestimmte Worte haben verschiedene Bedeutungen. So wird der Begriff "Chi" auf mehreren Ebenen gebraucht: Einmal als die Lebensenergie überhaupt, dann weiter ausgeformt als das Chi der Berge, Flüsse, Täler, Wiesen und Wälder; oder im menschlichen Bereich: das Lebensfeuer, das wir durch die Zeugung erhielten, weiterhin das Nahrungs-Chi oder das Chi der Meridiane und Akupunkturpunkte.


Ähnlich ist es mit dem Begriff "Kraft" in der Physik: Die Materie wird nach dem Standardmodell der Naturwissenschaftler durch die sogenannte schwache und starke Kraft, sowie durch die elektromagnetische und die Gravitationskraft zusammengehalten. Selbstverständlich versuchen die theoretischen Physiker diese vier Wechselwirkungen auf eine Urkraft zurückzuführen.

Im menschlichen Organismus und seiner Biochemie sind vor allem die elektrischen und magnetischen Kräfte der Moleküle, Atome, Ionen und Elektronen von äußerster Bedeutung. Prana kann man hier im übertragenen Sinne als die Lebenskräfte der Atome bezeichnen. In einer weiteren Gliederung unterscheidet man das Prana dann in: Prana als positiv und Apana als negativ geladene Energie usw.

Mit der Manuellen Chi-Therapie arbeiten wir auf den verschiedenen Ebenen des Chi oder Prana. Wie mit einem Zoom können wir uns je nach Bedarf auf eine bestimmte Tiefendimension einstellen. In der praktischen Tätigkeit brauchen wir die bewußten Unterscheidungen meist nicht, das Körper-Geist-Energie-System des Therapeuten ist mit seinen immensen unbewußten Anteilen immer noch das beste "Meßinstrument" für Chi oder Prana, ob ausgeglichen oder nicht, und stellt sich intuitiv auf die behandlungsbedürftige Ebene ein.

Die Manuelle Chi-Therapie ist ein körperbezogenes Verfahren. Der Patient liegt angekleidet auf einer Liege, die Raumtemperatur ist angenehm, die Stimmung ruhig. Die Diagnose richtet sich auf die Verteilung, Stärke und Anwesenheit von Chi in den einzelnen Bereichen, ausgehend vom sogenannten Nabelpunkt. Alle therapeutischen Maßnahmen werden nur mit den Händen ausgeführt. Manches fühlt sich "physiotherapeutisch" an, in bestimmten Chi-Situationen werden eine Reihe von Druckpunkten verwendet, ebenso finden Reflex- und Akupressurpunkte Anwendung. Bestimmte Verfahren sind der CranioSacral-Therapie ähnlich, manchmal werden durch Auflegen der Hände am Rumpf innere Organe in ihrer Tätigkeit gefördert. Muskeln können durch die Aktivierung von Nervenrezeptoren tonisiert, sediert, gefördert und koordiniert werden. Bindegewebe wird durch feine Klopfbewegungen positiv beeinflußt. Die Manuelle Chi-Therapie beinhaltet eine Fülle von Verfahren, die der Problemlage entsprechend eingesetzt werden. Gelegentlich wird der Patient gebeten, sich bei Behandlungsabläufen gezielte positive Vorstellungen zu machen. Häufig visualisiert der Behandler für den Patienten positive Pranabewegungen oder -felder.

So wie es Menschen mit musikalischen oder technischen Talenten gibt, haben einige Menschen eine besondere Begabung, anderen in ihren Gesundungsprozessen zu unterstützen. Diese sogenannten salutogenen Eigenschaften sind für die Manuelle Chi-Therapie von großer Bedeutung. Der Behandler muß ein "Händchen" für die Therapie haben, Intuition (angesammeltes, unbewußtes Erfahrungswissen) und Pacing (die Fähigkeit, sich in die Erfahrungswelt des anderen hineinbegeben zu können) sind wichtige Voraussetzungen.

Die Manuelle Chi-Therapie ist in ihrem Kern und Wesen keineswegs neu. In der Form, wie sie jetzt und unter diesem Namen angewendet und gelehrt wird, ist sie in der Praxis Integrative Achberg gewachsen. Als Zuflüsse und Quellen sind vor allem zu nennen: Yogische Heilkunst nach Yogi Bhajan, Angewandte Kinesiologie nach Dr. George Goodheart und Dr. John Thie, Applied Physiology nach Richard D. Utt, die Traditionelle Chinesische Medizin und die Medizinethnologie. Sie ist konfessionell ungebunden, Religion ist kein Bestandteil der Therapie. Für die Ausbildung gibt es zur Zeit keinen festgelegten Lehrplan. Da die Therapie in der jetzigen Form neu ist, gibt es nur wenige Therapeuten.

Besonders wirksam ist die Manuelle Chi-Therapie als Einzeltherapie bei allen Problemen und den meisten Erkrankungen des Bewegungssystems, bei Asthma und bei vielen chronischen Erkrankungen. Positive Synergien ergeben sich mit der Homöopathie, der orthomolekularen Medizin und mit der westlich konventionellen Medizin im vernünftigen Rahmen. Als Begleitbehandlung kann sie bei Herz- und Schilddrüsenerkrankungen, zur Behandlung der Nieren, der Bauchspeicheldrüse und vieler innerer Erkrankungen dienen. Die Manuelle Chi-Therapie setzt, wenn wir sie auf die Vorstellungen der westlichen Anatomie und Physiologie übertragen, an der zellulären Ebene an. Deshalb ist sie eine einfühlsame Begleittherapie bei Krebs. Es gibt noch zahlreiche weitere Anwendungsgebiete.